Abstand oben
diadrom indrich Multimedia Film- und video-Produktionen
Abstand Seite Hintergrund Menü Menü Seitenabstand Menü Seitenabstand Hintergrund Menü Abstand Seite
Abstand Seite LineAbstand Seite
Abstand Seite Hintergrund Fotos
Hintergrund Fotos Abstand Seite
Abstand Seite Line Abstand Seite
Abstand Seite Hintergrund Inhalt Abstand Seite
Abstand Seite
produktionen - geheimnis der sherpa - about
SHERPA BEDEUTET VOLK AUS DEM OSTEN
Geheimnis der Sherpa
Deutsch, Engl. Subtitles, Farbe, 90 min., 35 mm Kinokopie gedreht auf Super 16 mm

Nepal ist für mich zur zweiten Heimat geworden. Die Volksgruppe der Sherpa erinnert mich an meine eigenen Verwandten und die Mentalität unterscheidet sich nur wenig von jener der Alpenbewohner. Vor einigen Jahren habe ich von meinen Sherpa-Freunden tibetische Schriften erhalten, mit dem Hinweis darauf, dass dies die Mera wäre, die Mythologie und Geschichte eines Sherpa-Clans. Mit Pema Sherpa, die eine Dissertation dazu geschrieben hatte, sollte ich ein Buch über die Geschichte der Sherpa verfassen. Aber Sherpa ist eine Sprache ohne Schrift. Erst nach der Bekehrung zum Buddhismus wurden schriftliche Aufzeichnungen gemacht, die oft von den traditionellen Geschichten der Sherpa abweichen. Die wahre Geschichte der Sherpa wurde von Generation zu Generation mündlich weiter gegeben. Deshalb war es mir wichtig, dass die Sherpa selbst von ihren Ritualen und Traditionen berichten.

Dabei habe ich viele Sherpa gefilmt und festgestellt, dass wir in einem Buch zwar mehr Geschichten wiedergeben können, aber zuwenig von den Eindrücken, die mich an dieser Volksgruppe faszinieren. Ich musste also eine Filmproduktion, das Österreichische Filminstitut und den ORF vom Sherpa-Thema überzeugen, um diese Dokumentation realisieren oder besser gesagt, finanzieren zu können. 1999 bin ich dann endlich mit einem Filmteam nach Nepal zurückgekehrt. Wir haben die Sherpa in ihre Dörfer am Fuße des Mount Everest begleitet und zu den Ursprüngen ihrer Herkunft nach Ost-Tibet. Auch die von der Filmproduktion geforderte Verbindungsgeschichte zu Österreich wurde von der Filmcrew so nachgespielt, wie ich Touristen in Nepal oft erlebt habe.

Die Dreharbeiten waren für alle Beteiligten meist recht abenteuerlich. Unsere Träger rannten mit der Ausrüstung immer nonstop ans Etappenziel, da durfte man nichts vergessen haben. Das Filmteam war die Kost und das wochenlange Wandern in Höhen bis fast 6000 m nicht gewöhnt, außerdem wurde ja von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang gedreht. Wegen des knappen Budgets hatten alle neben der körperlichen Anstrengung gleich mehrere Jobs zu bewältigen. Rasttage gab es kaum. Auch für unsere Sherpa war die Zusammenarbeit mit einer Filmcrew sehr gewöhnungsbedürftig.

Das Ergebnis ist eine Dokumentation, die sich aus vielen Einzelgeschichten und Schicksalen zusammensetzt. Die mitwirkenden Sherpa präsentieren sich selbst an authentischen Schauplätzen aus ihrer eigenen Sicht. Bisher wurden sie in den meisten Filmen und Büchern nur als Hochträger oder Lastenkulis von Expeditionen vorgeführt und interpretiert. Viele Autoren wussten nicht einmal, dass Sherpa Mensch aus dem Osten bedeutet und keineswegs mit Träger gleichzusetzen ist. Durch diese Oberflächlichkeit wurde die gesamte Volksgruppe der Sherpa diskriminiert, denn weltweit herrscht bis heute die Meinung, dass Sherpa Träger bedeutet.

Dieser Film informiert und gibt die Meinung der Einheimischen preis, aber auch die Ansichten von Touristen. Auf erklärende Sprecherstimmen wurde verzichtet. Overvoices und Untertitel wurden sparsam eingesetzt. Wesentliche Orte der Handlung sind die Karawanenwege durch die gigantische Landschaft des Everestgebietes, das auf einer Höhe beginnt, wo die Alpen bereits enden, Dörfer und Klöster, die Kultur und Religion prägten, alte Sherpa-Häuser, die noch nicht dem touristischen Komfort-Bewußtsein angepasst wurden.

Vor etwa 500 Jahren wanderten die Vorfahren der Sherpa über die vergletscherten Himalaya-Pässe nach Nepal und siedelten sich am Fuß des Mount Everest an.
Warum dies geschah, wurde nicht überliefert. Denn wenn jemand stirbt, darf man nicht mehr über diese Person sprechen, Fotos und Kleider werden verbrannt... „Unsere Vergangenheit wird ausgelöscht. Wir wissen fast nichts über unsere Vorfahren. Nur in den Klöstern wurden Aufzeichnungen über unsere Geschichte gemacht, in tibetischer Schrift...“ Die Studentinnen Dikki und Pema Sherpa besuchen die Vorlesungen eines buddhistischen Geshe (Gelehrter), der die Vergangenheit der Sherpa erforschen möchte und mit dem interessierten Mingma Dorjee aus dem Everestgebiet bis nach Ost-Tibet reist, um in der letzten intakten Druckerei (Dege in Myniak, Szechuan) nach Hinweisen auf Sherpa-Vorfahren zu suchen.

Pema und Dikki repräsentieren die Interessen und Wünsche ihrer Sherpa-Generation, die über die eigenen Geschichte nachdenkt und Spuren in die Vergangenheit folgt. Sie begleiten ihre Cousine Ang Doka nach Khumjung am Fuß des Mount Everest, wo sie die höchste Bäckerei der Welt betreibt. Von der Landwirtschaft allein kann niemand mehr leben. 17 Expeditionen wollen in dieser Saison auf den Mount Everest! Pema und Dikki lernen Mingma Dorje kennen, der auch auf den Everest möchte, obwohl sein Vater dort verunglückte. Auch Pemas Vater kam bei einer Expedition ums Leben. Aber bei Expeditionen verdient man selbst heute noch am besten.

Im Frühling und Herbst überfluten tausende Touristen das Everest Gebiet. Alex aus Österreich will den Sherpa das Fußball spielen beibringen und entdeckt, dass selbst die Mönche von Tengboche ein Fußballfeld angelegt haben. Seit von Lhukla bis ins Everest-Basislager TV-Programme aus aller Welt via Satellit empfangen werden können, haben sich die Bedürfnisse und Wünsche hier heroben verändert.

Trotzdem sind auch heute die meisten Dörfer erst nach tagelangem Fußmarsch erreichbar. Alle Waren müssen getragen oder auf Lasttieren befördert werden. In Nepal gibt es nur wenige Straßen. Wer weder Tragtiere besitzt noch einen regelmäßigen Job, schleppt Lasten für Einheimische und Touristen. Damit verdient man bis zu 2 U$ am Tag.

Auf dem langen Weg übernachten Dikki und Pema bei Lhakpa Doma, die vom Yeti überfallen wurde und nehmen am Dumche Fest teil, wie alle Sherpa, die noch daran glauben, dass es ohne Dumche Fest keinen Regen geben und nichts auf ihren Feldern wachsen würde. Die Generation von Pema und Dikki respektiert die mystische Welt voller Symbole und beseelter Objekte, kennt aber ihre Namen nicht mehr.

In den Klöstern wachen noch die alten Schutzgottheiten. Der Geshe von Pangboche erklärt die unterschiedliche Zeitrechnung, der miteinander verstrickten Kulturen und Religionen. „... in jeder neuen Erkenntnis stecken viele offene Fragen... Vielleicht sollten wir den Umgang mit den Zahlen nicht so ernst nehmen...“

zum Seitenanfang ^
Abstand Seite Hintergrund Inhalt Abstand Seite
Abstand Seite Abstand Seite Abstand Seite Abstand Seite Abstand Seite
Abstand Seite Abstand Seite
Abstand Abstand
Abstand Seite Abstand Seite