Abstand oben
diadrom indrich Multimedia Film- und video-Produktionen
Abstand Seite Hintergrund Menü Menü Seitenabstand Menü Seitenabstand Hintergrund Menü Abstand Seite
Abstand Seite LineAbstand Seite
Abstand Seite Hintergrund Fotos
Hintergrund Fotos Abstand Seite
Abstand Seite Line Abstand Seite
Abstand Seite Hintergrund Inhalt Abstand Seite
Abstand Seite
produktionen - im zeichen des wassers - story
LEBEN BRAUCHT WASSER – WASSER PRÄGT DIE ERDE
Im Zeichen des Wassers
... Wasser ist der einzige Stoff, der unter irdischen Temperaturen zugleich fest, flüssig und gasförmig auftritt. Als Eis, Wasser und Dampf. Damit schafft Wasser die Voraussetzung für unser Klima. Feste Stoffe sind in der Regel dichter und schwerer als ihre flüssige Form. Nur Wasser hat die größte Dichte schon bei 4 Grad Celsius, bei weiterer Abkühlung dehnt es sich wieder aus. Deshalb kann gefrierendes Wasser Flaschen sprengen oder Schiffe zermalmen. Dieses anomale Dichteverhalten ist von wesentlicher Bedeutung für das Leben auf der Erde. Eis ist dadurch leichter als Wasser und schwimmt oben auf. Ohne diese Ausnahme der Physik würden Seen und Flüsse im Winter nicht von einer schützenden Eisschicht abgedeckt sein, sondern von Grund auf durchfrieren - und damit jedes Weiterleben unter Wasser unmöglich machen.

In der Natur kommt Wasser niemals in völlig reiner Form vor. Verschiedenste Gase, Mineralien und Nährstoffe sind immer im Wasser gelöst. Sie verleihen dem Wasser seinen Geschmack und den Heilbädern ihre Wirkung, verstopfen aber auch die Wasserleitung, bescheren verkalkte Waschmaschinen und schaffen die zauberhafte Welt der Tropfsteinhöhlen.

“In der Welt gibt es Schmiegsameres und Weicheres nicht als Wasser. Aber im Angreifen des Harten gibt es nichts, das Wasser übertreffen könnte,” bemerkte der Philosoph LAO TSE. Während die Kräfte der Erdkruste in Jahrmillionen die Gebirge auffalten, werden sie vom Lösungsmittel Wasser wieder nach und nach abgetragen. Jeder Tropfen löst ein Körnchen Stein aus Fels oder Boden, Flüsse graben tiefe Täler und schieben alljährlich Milliarden Tonnen an Erdreich, Sand und Geröll bis ins Meer. Die Donau, in der Reihe der großen Flüsse nur an dreißigster Stelle, befördert jedes Jahr soviel steinige Fracht wie ein Güterzug mit fünfzehntausend Kilometer Länge. Das ist mehr als ein Drittel des Erdumfanges.

Alles Wasser hätte sich längst in den Meeren angesammelt, wäre da nicht die Sonne. Wenn ihre Energie auf die Erde trifft, verdunstet Wasser vom Boden, aus dem Meer oder von den Oberflächen der Pflanzen und bildet Wolken, die als Niederschlag wieder auf die Erde fallen, wo sie ins Grundwasser sickern oder Bäche, Flüsse und Seen speisen. Dieser immer währende Kreislauf des Wassers bestimmt unser Wetter und Klima. Doch seit dem letzten Jahrhundert verursachen wir Menschen Klimaveränderungen, die immer heftigere Naturkatastrophen auslösen. Jahrhunderthochwässer, die maximal einmal in hundert Jahren vorkommen sollten, treten in immer kürzeren Abständen auf. Wildwasserverbauungen und Flussregulierungen sollten die Gewalten zähmen. So wurden Elbe, Rhein und Oder durch Deiche von ihren Auen abgeschnitten, in denen sie sich früher bei Hochwasser ausbreiten konnten. Zugleich wurde ihr Lauf für die Schifffahrt begradigt und um viele Kilometer verkürzt. Seither fließt das Wasser deutlich schneller und entwickelt entsprechend mehr Gewalt. Dämme brechen, katastrophale Überschwemmungen sind die Folge.

Den besten Schutz vor Hochwasser bietet der naturnahe Wald. Seine Wurzeln festigen das Erdreich und verhindern so Erosion. Der Wald wirkt wie ein riesiger Schwamm, der starke Regenfälle speichert und in Zeiten des Wassermangels wieder langsam abgibt. Die große Verdunstungsfläche des Waldes ist für den Wasserkreislauf von entscheidender Bedeutung. Ein einziger Baum verdunstet pro Tag etwa 400 Liter gereinigtes Wasser, erzeugt genug Sauerstoff für zehn Menschen, filtert etwa 30.000 Kubikmeter Luft und verarbeitet 9000 Liter CO2. Das entspricht etwa der Menge, die von zwei Haushalten freigesetzt wird.

Obwohl 71 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sind, täuscht dieser scheinbare Überfluss. Nur drei Prozent sind Süßwasser, - und davon ist wiederum der größte Teil gefroren. Als Eis auf den Polkappen und Gletscher der Gebirge, bedeckt es ein Zehntel der Landfläche der Erde. Allein auf den Polen befindet sich soviel Eis, dass es beim Schmelzen den Meeresspiegel weltweit um mehr als 100 Meter ansteigen lassen würde. Ozeane, Polareis und Gletscher ergeben zusammen mehr als 99% des Wassers auf der Erde. Das gesamte Grundwasser, sämtliche Flüsse und Seen, alle Regentropfen, die Feuchtigkeit des Erdreichs und des Wasserdampfes in der Atmosphäre, - das alles macht weniger als 1% des irdischen Wassers aus. Und davon sind 97% Grundwasser, das zum größten Teil in Tiefen von vielen hundert Metern vorkommt.

Verfügbares Süßwasser ist also knapp und recht ungleich über den Globus verteilt. Schon heute hat jeder fünfte Mensch auf der Erde keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bakterien und andere Krankheitskeime verseuchen das Wasser. Trotzdem wird es getrunken, wenn kein sauberes Frischwasser vorhanden ist. Verschmutztes Trinkwasser ist weltweit Krankheitserreger Nummer eins. Millionen Menschen leiden an Durchfallerkrankungen, Cholera, Ruhr, Typhus oder Malaria, die durch Wasser übertragen werden oder deren Erreger Wasser zur Vermehrung brauchen. Die Bereitstellung von Wasser, das frei von Krankheitserregern ist, stellt in vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt die Menschen und Kommunen vor fast unlösbare Aufgaben. Mehr als zwei ein halb Milliarden Menschen leben in Regionen ohne ausreichende Wasser-Versorgung und Abwasser-Entsorgung. Die wirksamsten Maßnahmen wären sanitäre Einrichtungen und die Erhöhung des Lebensstandards der Ärmsten. Die Realität sieht aber anders aus. Keime werden mit giftiger Chemie bekämpft, die wiederum die Gesundheit der Menschen gefährdet...

... Im Zuge der Industrialisierung siedelten sich zahlreiche Betriebe an Flüssen an, denn Wasser war und ist die wichtigste Voraussetzung für die Industrie: als Energiequelle, Rohstoff, Kühl- und Spülmittel, zum Abtransport von Müll und Schadstoffen. Unerwünschte Nebenprodukte wie Reinigungs- und Lösungsmittel wurden durch die Flüsse entsorgt. Die Industrie ist auch heute der größte Wasserverschmutzer. Durch die chemische Industrie werden Sondermüll und Giftstoffe in großen Mengen produziert und verbreitet. Ob diese Gifte als Abwasser direkt in die Flüsse geleitet werden, durch die Landwirtschaft auf die Felder gespritzt oder als Produkt verkauft und erst danach durch die Konsumenten ins Wasser gelangen, macht im Prinzip keinen Unterschied.

In Kläranlagen werden Abwässer mechanisch, biologisch und chemisch behandelt, bis sie soweit gereinigt sind, um wieder im Fluss zu landen. Mit biologisch abbaubarer Verschmutzung werden moderne Kläranlagen sehr gut fertig. Die Wasserqualität der Flüssen ist dadurch in den letzten Jahren wieder besser geworden. Der chemischen Verschmutzung können Kläranlagen dagegen kaum beikommen. Manche Gifte im Abwasser sind so hartnäckig, dass sie die Kläranlagen unversehrt durchfließen oder sie sogar lahm legen. Schon wenige Liter Speiseöl, unbedacht in den Abfluss gegossen, können die Reinigungswirkung einer Kläranlage für Stunden stören. Durch die Mischung von relativ harmlosen Haushalts-Abwässern mit hochgiftigen Industrie-Abwässern wird oft der gesamte Klärschlamm zum Sondermüll. Ungiftiger Klärschlamm könnte hingegen gut als Dünger auf den Feldern ausgebracht werden. Für Haushalte und Streusiedlungen sind dezentrale, naturnahe Abwasser-Reinigungssysteme wie Pflanzenkläranlagen oft besser geeignet als große Anlagen, in denen auch das Abwasser der Industrie gereinigt wird.

Das Wasser gar nicht zu verschmutzen wäre die beste Alternative. Die Umstellung der Industrie auf Wasser sparende Verfahren und die Schließung der Produktionskreisläufe können die Flussverschmutzung generell verhindern. Diese Fabrik der Zukunft braucht überhaupt kein Abwasserrohr mehr. Die Fachleute sprechen von “Clean Production”, der sauberen Produktion. Doch die Wirklichkeit sieht noch anders aus. Die unterschiedlichen Schadstoffe bedeuten für die Abwasser-Klärung immer schwierigere und teurere technische Herausforderungen. Bei der Trinkwasser-Gewinnung ist es genau so. An die 80 Prozent müssen in der EU technisch aufbereitet werden, bevor es getrunken werden kann. So werden mit dem Rhein einerseits die Abwässer der angesiedelten Industrie entsorgt, andererseits wird sein Wasser wieder aufbereitet, da der Rhein zugleich Millionen von Menschen mit Trinkwasser versorgt.

In Österreich wird Trinkwasser in vielen Häusern und Wohnungen noch durch alte Wasserleitungen und Installationen aus Blei verunreinigt. Die durchgeführte Blei - Testaktion von GLOBAL 2000 brachte in Wien und Graz, in Baden bei Wien und Feldkirchen alarmierende Ergebnisse. Blei ist ein hochgiftiges Schwermetall, das zu irreparablen Organschäden führen kann. Aufgrund seiner Biegsamkeit setzten es bereits die Römer vor rund 2000 Jahren beim Bau von Wasserleitungen ein. Seit 1983 ist die Verlegung von Bleiwasserrohren in Österreich verboten.

Wo sauberes Oberflächenwasser knapp ist, greifen die heimischen Wasserversorger auf Grund- und Tiefengrundwasser zu. Der größte Teil der unterirdischen Wasservorkommen stammt von versickerten Niederschlägen oder aus Seen und Flüssen. Auch in früheren erdgeschichtlichen Perioden hat sich Wasser tief im Erdboden angesammelt und lagert dort seither unverändert. Grundwasser ist der Ausgleichsspeicher zwischen feuchten und trockenen Jahren, zwischen Regenzeiten und Trockenperioden. Sinkt der Grundwasserspiegel, können Brunnen und Quellen, aber auch Seen und Flüsse austrocknen. Weltweit ist das Grundwasser der wichtigste Trinkwasserlieferant; in Deutschland werden mehr als 70% der Bevölkerung damit versorgt. Doch in vielen Regionen wird mehr Grundwasser entnommen, als sich neu bilden kann. Dieses Problem versucht man derzeit durch immer tiefere Grundwasserbohrungen zu lösen. Das scheint kurzfristig einfacher zu sein, als der sorgsame, verantwortungsbewusste Umgang mit dem Wasser.

Grundwasser wird vergeudet, verschmutzt und vergiftet. Weltweit landen täglich ungeheure Mengen von giftigen und radioaktiven Abfällen auf Deponien oder in unterirdischen Kavernen. Jedes rostende Giftfass bedeutet eine Gefahr für das Grundwasser. Allein in Österreich werden von den 30.000 gemeldeten Mülldeponien 222 als gefährlich eingestuft. Laut Umweltbundesamt wurden bisher 53 davon saniert. Es ist zu befürchten, dass die Altlastensanierung auch in den nächsten Jahrzehnten noch nicht abgeschlossen sein wird.

Eine besondere Stellung bei der Wasserverschmutzung nimmt die Landwirtschaft ein, genauer gesagt: die konventionelle Landwirtschaft. Verrückterweise wird also gerade beim Erzeugen von Lebensmitteln das Lebensmittel Wasser gefährdet. Etwa 35.000 Tonnen chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und große Mengen an leicht löslichem Mineraldünger werden von den Landwirten in Deutschland jährlich eingesetzt. Diese giftigen Substanzen sickern mit dem Niederschlag ins Grundwasser und gelangen so in Brunnen und unser Trinkwasser. In Gebieten mit Intensivlandwirtschaft wie dem Marchfeld oder Leibnitzerfeld sind gesundheitsbedenkliche Nitratwerte die Folge.

Außerdem werden rund 70 Prozent des Trinkwassers von der modernen Landwirtschaft verbraucht, damit ist sie weltweit Wasserverbraucher Nummer Eins. 1000 Tonnen Wasser lassen im Schnitt eine Tonne Getreide wachsen. 40 Prozent der Nahrungsmittel könnten ohne künstliche Bewässerung nicht hergestellt werden.

Das zur Bewässerung verwendete Grund- und Flusswasser enthält im Gegensatz zu Regen immer gelöste Salze, die sich beim Bewässern im Boden ansammeln. Das Wasser verdunstet an der Oberfläche und saugt wie ein Löschblatt noch mehr mineralsalzreiches Wasser aus der Tiefe. Innerhalb weniger Jahrzehnte bedeckt eine Salzkruste die Erde und macht sie unfruchtbar. Archäologen entdeckten, dass dieses Problem schon vor 4000 Jahren im Orient akut war, sodass letztendlich nicht einmal mehr die Gerste gedeihen konnte, die das meiste Bodensalz verträgt. Unsachgemäße Bewässerung ist auch heute noch die Ursache für die zunehmende Zerstörung von Agrarflächen. Etwa 2 Millionen Hektar fruchtbarer Boden werden weltweit jedes Jahr durch Versalzung oder Bodenerosion dauerhaft unbrauchbar. In Turkmenistan wurden bewässerte Baumwollfelder innerhalb von knapp 30 Jahren zu Salzwüsten oder versalztem Sumpfland von katastrophalem Ausmaß.

Die industrielle Landwirtschaft hat sich inzwischen auch in wasserarmen Ländern durchgesetzt. In Lybien wird Tiefengrundwasser, das sich während der Eiszeit bildete, für ein Mega-Bewässerungsprojekt durch 500 Kilometer Pipelines auf die Felder der Wüste geleitet. Diese Wasservorräte hätten noch für Jahrtausende die Quellen der Region speisen können. Nun werden sie in wenigen Jahrzehnten aufgebraucht sein.

Um Wasser wurde seit Menschen gedenken gekämpft. Wenn die Wassernutzung zwischen Nachbarländern geteilt werden muss, spitzen sich Konflikte häufig zu. Der Streit zwischen Sudan und Ägypten um das Wasser des Nils ist dabei kein Einzelfall. Um die Quellen des Jordan auf den Golanhöhen wurde Krieg geführt, denn der Jordan ist die wichtigste Wasserquelle der gesamten Region. Mit den Attatürk-Stauseen und dem Ilisu Staudamm-Projekt am Tigris kann die Türkei den flussabwärts liegenden Ländern Syrien und Irak das Wasser buchstäblich „abdrehen“.

Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu gefahrlos trinkbarem Wasser. Ein fundamentales Menschenrecht, das Recht auf trinkbares Wasser, ist somit nicht gewährleistet. Nur gemeinsame, weltweit faire Lösungen werden Streit und Kriege um Wasser verhindern können. Im Mittelpunkt einer zukunftsfähigen Wasserpolitik muss der sparsame und schonende Umgang sowie eine möglichst lokale Versorgung stehen.

Österreich gehört in Europa zu den Ländern, die mehr Wasser haben, als sie verbrauchen. Nur drei Prozent der nutzbaren 84 Milliarden Kubikmeter werden für den jährlichen Wasserbedarf benötigt. Diesen Reichtum haben wir unserer besonderen geografischen Lage mit den niederschlagsreichen Alpen und dem hohen Waldanteil zu verdanken. Ob das vorhandene Nass aber tatsächlich als Trinkwasser genutzt werden kann, hängt von seiner Qualität ab. In vielen europäischen Staaten muss Wasser mit Hilfe von Chemikalien aufbereitet werden, während das in Österreich zu 99 Prozent verwendete Grund- und Quellwasser in der Regel durch die natürliche Filtration des Bodens gereinigt wird.

Allein im Nationalpark Kalkalpen gibt es mehr als 800 Quellen. Der Pießling Ursprung bei Windischgarsten ist die wasserreichste Quelle Oberösterreichs. Unter einem überhängenden Felsen strömen bis zu 2000 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Berg. Zur Sicherung der österreichischen Wasserqualität wurde ein Beobachtungsnetz mit 244 Fließgewässer- und ca. 2.000 Grundwasser-Messstellen eingerichtet. Durch die Erweiterung der Kanalnetze und den Ausbau von Kläranlagen, weisen viele Seen und Flüsse wieder Trinkwasserqualität auf.

Die 2.200 Fließgewässer Österreichs haben eine Gesamtlänge von rund 100.000 km. Die Landschaften entlang der Donau sind die Heimat für eine Vielzahl von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Sprachen, sowie einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Das Flusseinzugsgebiet der Donau umfasst mehr als 800.000 Quadratkilometer und reicht über 18 Länder. Bis ins 19. Jahrhundert war die Donau ein ungezähmter Fluss. Dann veränderte der Mensch durch umfangreiche Regulierungen und forstwirtschaftliche Nutzung der Auwälder den Naturhaushalt dieser Flusslandschaft. Weitere Eingriffe folgten mit dem Ausbau einer nahezu lückenlosen Kette von Flusskraftwerken im österreichischen Teil der Donau. Durch die Gründung des Nationalparks Donau-Auen konnte der letzte frei fließende Donauabschnitt zwischen Wien und Bratislava mit seinen Auwäldern geschützt werden.

Wien ist die erste und bisher einzige Stadt der Welt, die mit der Wiener Wassercharta ihr Trinkwasser und die Quellgebiete unter Verfassungsschutz stellt, damit es auch den folgenden Generationen in gleich hoher Qualität zur Verfügung steht. Die Bundeshauptstadt bezieht ihr Wasser aus den Gebirgsquellen der niederösterreichisch-steirischen Kalkalpen. Eine Aufbereitung des Wassers ist nicht notwendig.

Bis vor 50 Jahren konnte man auch in vielen Flüssen Deutschlands noch ein erfrischendes Bad nehmen. Seit der Industrialisierung ist davon abzuraten. Aber inzwischen gibt es auch positive Beispiele. An der Ruhr hat sich gezeigt, wie aus einer Kloake wieder ein Fluss werden kann, der über 5 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt. ... 80 Kläranlagen reinigen das gebrauchte Wasser von 2,2 Millionen Menschen und mehreren hundert Betrieben im Flussgebiet der Ruhr, bevor es in die Flüsse geleitet wird. Wasserkraftwerke liefern elektrischen Strom. Stauseen und Talsperren schützen vor Hochwasser und sorgen dafür, dass die Ruhr immer ausreichend Wasser führt. Früher war sie in Trockenperioden oft nur ein Rinnsal. Heute ist die Ruhr ein beliebtes Nah-Erholungsgebiet.

Etwa 320 Millionen Liter quellfrisches und unbehandeltes Trinkwasser aus dem Voralpenland liefern die Münchner Wasserwerke Tag für Tag nach München. Wasserschutzgebiete sichern die Wasserqualität. ... Um die Zunahme von Schadstoffen aus der Landwirtschaft zu stoppen, starteten die Münchner Wasserwerke 1992 eine Initiative zur gezielten Förderung des Ökolandbaus... Über 100 Landwirte haben ihre Betriebe schon umgestellt. Gemeinsam bewirtschaften sie eine Fläche von rund 2.500 Hektar – das größte zusammenhängende ökologisch bewirtschaftete Gebiet in Deutschland.

Auch die Wasserwerke von Leipzig, Augsburg und anderen Städten haben erkannt, dass die Umstellung auf ökologischen Landbau eine spürbare Entlastung für das Wasser bringt. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger sind im Ökolandbau verboten und können somit auch nicht ins Grundwasser gelangen. Öko-Landwirte pflanzen standortgerechte Sorten, die ohne Einsatz von Chemie gedeihen. Massentierhaltung ist ausgeschlossen und so entsteht nicht mehr Mist, als Boden und Grundwasser verkraften können. Ökologischer Landbau arbeitet im Einklang mir der Natur und ist praktizierter Umwelt- und Gewässerschutz. Europaweit bewirtschaften inzwischen an die 140.000 Landwirte ihre Höfe nach ökologischen Kriterien. Wer also bei seinem Einkauf Bio-Produkte bevorzugt, ernährt sich gesund und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag für eine intakte Umwelt.

In Österreich bewirtschaften inzwischen an die 19.000 Bauern ihre Höfe nach ökologischen Kriterien, das sind ca. 9,5 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe. Damit wird aber erst ein geringer Anteil der Felder biologisch bestellt. Dementsprechend haben die kommunalen Wasserwerke eine Fülle von Problemen zu lösen. Denn die Gemeinden müssen sowohl das Abwasser ihrer Region entsorgen, als auch sauberes Wasser zur Verfügung stellen.

In Deutschland sorgen derzeit ca. 6.700 Wasserwerke für die zuverlässige Belieferung mit einwandfreiem Trinkwasser. Nahezu alle sind im Besitz der Kommunen und somit ihrer Bürger. Ebenso in Österreich, wo derzeit etwa 6000 Wasserwerke für die zuverlässige Belieferung mit einwandfreiem Trinkwasser sorgen.

Doch manche Gemeinden kommen nun in Versuchung, ihre Schulden durch den Verkauf der Wasserwerke an private Unternehmen zu tilgen und sich weitere Investitionen in die Wasserleitungs-Anlagen zu sparen. Damit verlieren die Kommunen aber auch ihre Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten, während findige Unternehmen mit dem Wasser Geld verdienen. Umweltschutzorganisationen bezweifeln die Verlässlichkeit der privaten, auf Gewinnmaximierung ausgelegten Unternehmen vor allem beim Umwelt- und Gesundheitsschutz. In Großbritannien verschlechterte sich die Trinkwasserqualität nach der Privatisierung in kürzester Zeit. Auch in Frankreich wurden bereits viele kommunale Wasserwerke an einige wenige private Unternehmen verkauft. Die Folge waren Preissteigerungen von durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr... Die Kommunen können gegen drei Groß-Unternehmen mit immenser politischer und finanzieller Macht wenig bewirken...

Wem gehört das Wasser eigentlich und kann Wasser überhaupt eine Handelsware sein? Dass Wasser eines der grundlegendsten Versorgungsgüter ist und gleichzeitig Vorraussetzung für jegliches Leben, spricht dagegen. Wasser ist ein Erbe, das eine nachhaltige, pflegliche und vorsorgende Bewirtschaftung auch im Interesse der kommenden Generationen verlangt. In der Nähe von Wasser fühlen wir uns wohl... - Weil wir uns vielleicht instinktiv daran erinnern, dass Wasser unser Lebens - Elixier ist. Wasser gehört allen zu gleichen Teilen und kann zur Nutzung nur geliehen werden. Jeder Benutzer ist Rechenschaft schuldig, wie viel Wasser er verbraucht und in welcher Qualität er Wasser wieder an die Umwelt zurückgibt. Und nicht zuletzt am trinkbaren Wasser wird es sich erweisen, wie viel Leben die Erde künftig tragen kann.

EU-Umweltkommissarin Margot Wallström brachte es auf den Punkt: "Es ist bemerkenswert, dass nach Leben auf dem Mars gesucht wird. Vielleicht sollten wir sicher stellen, dass es in Zukunft weiterhin Leben auf unserem Planeten geben wird."

zum Seitenanfang ^
Abstand Seite Hintergrund Inhalt Abstand Seite
Abstand Seite Abstand Seite Abstand Seite Abstand Seite Abstand Seite
Abstand Seite Abstand Seite
Abstand Abstand
Abstand Seite Abstand Seite